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Donnerstag, 22. Februar 2018

Zurück in Südafrika - von Aus nach Oranjemund

 In der Nacht zogen vereinzelt ein paar Wolkenfelder durch aber der Morgen in Klein-Aus war wieder wunderschön und absolut wolkenlos. Kaum dass die Sonne richtig über die Berge gekommen war, hatte es auch schon wieder fast 30 Grad.

Wir haben uns ja gestern hier auch zum Frühstück für 155 N$ pP angemeldet. Ist zwar kein Schnäppchen aber ein bisschen Luxus kann man sich ja gönnen.
 Wir sind also erst Mal vom Campground zum Haupthaus gefahren und haben das Frühstück mit frisch gepresstem Orangensaft, Speck und Eiern, frischem Obstsalat und was weiß ich noch, genossen.

Danach haben wir den Blog vom Vortag geschrieben, weil mit der namibischen SIM-Karte auch in Aus nicht daran zu denken war, im Internet zu stöbern. In der Lodge gab es zum Glück ein einigermaßen vernünftiges WLAN, so dass wir schließlich gegen 09.30 Uhr abfahrbereit waren. Wir wollten noch die 20 km bis zur Garup-Wasserstelle in Richtung Lüderitz fahren, um die Wildpferde zu sehen. So weit mussten wir aber gar nicht, da sie schon nach wenigen Kilometern direkt an der Straße standen.

 Die sind alle klepperdürr und ziemlich zerzaust.
 Es gab dann auch noch eine Oryxherde direkt daneben, wo gerade Nachwuchs produziert wurde.
Natürlich sind wir trotzdem noch bis an die Wasserstelle gefahren nur um festzustellen, dass dort kein einziges Tier war.
Wir haben dann in Aus noch einmal vollgetankt und sind dann auf die 165 km lange geteerte Straße in Richtung Rosh Pinah.

Die Landschaft wechselt da zwischen dem großen Nichts und ein paar Bergen, so dass man sich größere Fotostopps schenken kann.




Rosh Pinah ist eine Minenarbeiterstadt. Drumrum ist so ziemlich alles Diamantensperrgebiet. Das Städtchen hat einen kleinen Ortskern mit einem netten Kaffee, wo wir unsere Mittagspause eingelegt haben.
Danach ging es weiter in Richtung Oranjemund. Die geteerte Strecke ist erst seit dem 21.10.2017 für den Durchgangsverkehr geöffnet und es gibt mal wieder eine Schranke direkt hinter Rosh Pinah, wo man sich in diverse Listen eingetragen und seine Papiere (inklusive Führerschein) vorzeigen muss.

 Die ersten 30 bis 40 km hinter Rosh Pinah sind traumhaft schön. Man sieht teilweise den Oranje und fährt durch eine bizarre Berglandschaft.


Als wir da ins Wasser geschaut haben, schwamm ein großer Waran drin rum. Dem möchte man beim Baden auch nicht unbedingt begegnen.





 Nach der Berglandschaft wird es eher langweilig. Auf beiden Straßenseiten nur noch riesige Sanddünen und Abraumhalden von den Minen.




 So geht es dann auch bis Oranjemund weiter. Ab und zu sieht man den Oranje mal von der Straße, meistens verläuft sie jedoch weiter weg, so dass man nur die Sanddünen sieht.

Irgendwann wechselt die Farbe dann von weiß zu rot, aber es bleibt halt nur Sand.



 Gegen 15.30 Uhr waren wir in Oranjemund, wo man bei der Ausfahrt wieder in irgendwelchen Listen verewigt wird. Die wollen dann auch wissen, ob man über die Grenze nach SA geht. Wir haben das bestätigt aber gesagt, dass wir erst noch in Oranjemund tanken möchten, was kein Problem war. Man muss dazu vor der Grenze abbiegen und noch einmal 6 km bis Oranjemund fahren.
Das Städtchen ist sehr übersichtlich und recht gepflegt. Auf Touristen ist man aufgrund der kurzen Zeit, seit es offen ist, noch nicht wirklich eingerichtet, aber das wird noch kommen.
Rasenmäher braucht man hier auf jeden Fall nicht, weil auf jeder Grünfläche die Oryx rumstehen und das Gras abfressen.

Wir haben dann noch die letzten Liter des billigen namibischen Sprits in das Auto gequetscht und sind dann zur Grenzbrücke gefahren.
Hier war das Benzin mit 12,27 N$ seltsamerweise billiger als in Aus, wo wir 12,74 N$ bezahlt haben. Das war auch gleichzeitig der höchste Preis, den wir in Namibia hatten. Am günstigsten war es in Walvis Bay mit 11,73 N$.
Die Grenzformalitäten waren schnell erledigt, zumal an dem Übergang nichts los ist.

Da wir heute Namibia verlassen kann ich hier ein kurzes Resümee dazu schreiben.

Telefon:
Der Kauf der Telefonkarte hat sich nicht wirklich gelohnt, auch wenn sie nur ein paar Euro kostet. Das Internet funktionierte nur an ganz wenigen Stellen, meist in den größeren Städten. Dort hat man aber auch überall kostenloses WLAN und braucht die Datenverbindung deshalb gar nicht. Entlang der Straßen funktionierte das Handynetz meistens, so dass man zumindest ein Notfalltelefon dabei hat. Das Internet ging aber da so gut wie nie und wenn nur in sehr langsamer Geschwindigkeit.

Preise:
Benzin ist hier mit rund 12 N$ deutlich billiger als in Südafrika. Die Zigarettenpreise sind in beiden Ländern weitgehend identisch, wobei man in der Prärie schon mal deutlich mehr bezahlt. Also immer in den großen Städten im Supermarkt eindecken.

Die Campingplätze sind im Schnitt deutlich teurer als in SA. Auch die Gastronomiepreise liegen meist über dem Niveau von SA.

Die Bürokratie ist in Namibia ebenfalls deutlich mehr ausgeprägt, was man an den vielen Listen merkt, die man ausfüllen darf. In den Nationalparks haben sie nach wie vor kein vernünftiges Reservierungssystem und sind nicht in der Lage, im gleichen Park das nächste Camp vorzubuchen. Man muss schon selber hinfahren und fragen, ob Platz ist.

Alles in allem war es aber wieder sehr schön hier und deutlich trockener, als bei unserem letzten Besuch. Einzelne Strecken haben wir gar nicht wiedererkannt, weil sie letztes Mal komplett grasbewachsen waren und sich dieses Mal nur als Sandwüste präsentiert haben.

Ein Unsicherheitsgefühl hat man hier eigentlich nie, wenn man sich an die Basics hält. Wir stellen das Auto halt nicht irgendwo ab, wo irgendwelche zwielichtige Typen rumlungern.

Es ging dann also gegen 16.30 Uhr über die einspurige Brücke nach SA. Der Küstennebel fing da gerade an, reinzudrücken.
Nachdem es am nachmittag noch 33 Grad hatte, waren es hier unten in Oranjemund gerade noch 22 Grad.

Die Infrastruktur ist natürlich auf der südafrikanischen Seite auch nicht viel besser, da hier bislang wohl auch kaum Touris her kamen. In der Karte war 10 km in Richtung Sendlingsdrif ein Campingplatz verzeichnet, den wir auch gefunden aber gleich wieder verlassen haben. Das war so eine unbewirtschaftete Day-Use Area am Oranje, total vergammelt und verdreckt. Zum Waschhaus, das sicher seit Jahren keine Putzfrau mehr gesehen hat, hätte man bei Dunkelheit noch 200 Meter durch Gestrüpp laufen müssen.
Wir sind dann die Straße einfach weitergefahren und nach ein paar Kilometern kam dieses B&B in Sicht.
Da es nett aussah, haben wir mal nachgefragt. Es gibt da zwar keine Campsites aber wir haben für 700 Rand ein Doppelzimmer bekommen.
Die Wirtin war super freundlich und redete gerne und so wurden wir erst einmal zugetextet. Ich habe mich in die Dusche geflüchtet, um dem Redeschwall zu entgehen.


Es ist ganz urig hier und rosa Farbe wurde auch reichlich verwendet.
Hier konnte man am Abend gemütlich sitzen und sich das Essen zubereiten. Das war da drinnen ganz angenehm, da es draußen durch den Küstennebel schon recht frisch geworden war.

Schließlich durften wir mal wieder in einem richtigen Bett schlafen, was nach ein paar Wochen im Camper durchaus angenehm ist.
Internet hatte das B&B nicht und die namibische Karte (s.o.) hatte zwar wieder vollen Empfang, aber das Internet ging halt wieder nicht.

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